Beratung: 07071 - 151590

Herzlich willkommen

Gicht

Bei Menschen mit einem erhöhten Harnsäurespiegel im Blut lagern sich oft Harnsäurekristalle in den Gelenken oder in deren Nähe ab. Die entzündliche Reaktion auf diese Ablagerungen wird als Gicht bezeichnet.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Formen der Gicht:

  • Primäre Gicht, bei der eine angeborene Störung des Stoffwechsels vorliegt. In 90 Prozent aller Fälle wird zu wenig Harnsäure ausgeschieden.
  • Auch bei der sekundären Gicht ist ein Ungleichgewicht zwischen der Harnsäureproduktion und der Ausscheidung das Problem. Allerdings ist dies bei der sekundären Gicht die Folge einer anderen Krankheit oder von grobem Fehlverhalten in der Ernährung. Eine spezielle Gichternährung mit wenig Purin wäre sinnvoll.

Zu einer sekundären Gicht kommt es vor allem durch eine übermäßige Purinzufuhr. Purin ist vor allem in Fleisch und Innereien enthalten, aber auch Alkohol leistet einen Beitrag, weswegen man bei Gicht auf die Ernährung achten sollte. Purinarme Kost kann die Gichtsymptome lindern, allerdings sollte auf strenge Fastenkuren verzichtet werden. Denn auch beim Abbau von Körpereiweißen kommt es zu einer Purinfreisetzung.

Des Weiteren unterteilt man die Gicht in:
  • Akuten Gichtanfall: Ein akuter Gichtanfall erfolgt völlig überraschend und äußert sich durch Gichtsymptome wie Schwellung, Überwärmung, Rötung und Berührungsschmerz des Gelenks. Meistens betrifft der Gichtanfall nur ein Gelenk, häufig das Podagra (= Grundgelenk der großen Zehe). Allerdings können auch andere Gelenke und die nahegelegenen Schleimbeutel mit einer Entzündung reagieren. Oft treten auch zusätzliche Gichtsymptome wie Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl auf.
  • Chronische Gicht: Eine chronische Gicht kann sich hingegen aus einem zu hohen Harnsäurespiegel im Blut entwickeln. Zusätzlich zu den Ablagerungen treten Bluthochdruck, Gefäßschädigungen und Durchblutungsstörungen auf.

Podagra

Ein akuter Gichtanfall im Fuß, genauer gesagt dem Großzehengrund- oder Großzehenendgelenk, wird als Podagra bezeichnet. Allerdings werden auch die Schmerzattacken bei einem Gichtanfall an anderen Gelenken oft Podagra genannt. Das Podagra kann ohne einen bestimmten Auslöser auftreten, oft ist der Trigger jedoch Stress, Alkoholkonsum oder drückende Schuhe. Typische Gichtsymptome bei einem Gichtanfall im Fuß sind sehr starke Schmerzen, eine Schwellung, Rötung und Überwärmung sowie ein starker Druckschmerz. Meistens wird die Untersuchung bei einem Gichtanfall im Fuß als sehr schmerzhaft empfunden. Nach einem Gichtanfall im Fuß schmerzt jede Berührung. Bei einer Podagra wäre Barfuß gehen anzuraten. Auch eine gute Polsterung kann bei einem Gichtanfall im Fuß Erleichterung verschaffen.

Behandlung von Podagra

Zu einer Gichttherapie gehören auch schmerz- und entzündungshemmende Medikamente. Zusätzlich kann eine Kältetherapie helfen. Die Basis einer Gichttherapie ist jedoch die Absenkung des Harnsäurespiegels im Blut auf ein normales Niveau und ihn dort zu halten. Damit dies möglich ist, muss der Patient in der Gichttherapie eine spezielle Gichternährung einhalten. In der Gichternährung gilt es vor allem Innereien, Alkohol, fettes Fleisch, fetten Fisch und Hülsenfrüchte zu vermeiden. Des Weiteren sollte bei der Gichternährung auf eine Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 Liter am Tag geachtet werden. Kann der Harnsäurewert durch die spezielle Gichternährung nicht abgesenkt werden, müssen zusätzliche harnsäuresenkende Medikamente zur Gichttherapie eingenommen werden. Bei einem akuten Gichtanfall darf nur eine niedrige Dosierung verwendet werden, da ansonsten stärkere Gichtsymptome auftreten könnten. Versagt alles andere, wird in der Gichttherapie auch Kortison eingesetzt.